Dienstag 14 Juli 2020

Auf dem Grenchenberg in Pflotsch und Regen

Petrus sei kein Wanderfreund, stellten die unermüdlichen Donnerstagswanderer der SAC Ortsgruppe Balsthal fest, als sie sich bei Schneetreiben auf dem Wäsmeli für die Rundwanderung auf dem Grenchenberg bereit machten. Im Gänsemarsch stapfte die bunte Wandergruppe unter einsetzendem Dauerregen um den Bürechopf Richtung Teufmatt. Nach kurzer Rast  folgte der Weg den Grenzsteinen aus dem Jahre 1728 zwischen Bistum Basel und Solothurn.

Grenzstein Bistum Basel - Solothurn

Bei der Gedenkstätte für Bundesrat Willi Ritschard, der hier oben 1983 kurz vor seinem Rücktritt verstarb, wählte Wanderleiterin Margrit das Postwägli, um möglichst zügig zum Untergrenchenberg zu gelangen. Vorbei an der Skilift Talstation folgte der Aufstieg zum SAC-Chalet der Sektion Grenchen, wo die Wandergruppe Gastrecht geniessen durfte. Alle waren froh über Trockenheit, Wärme und schmackhafte Verpflegung mit Tiroler Apéro, feinen Älplermagronen mit Apfelmus. Zum Dessert gab es eine Linzer Torte mit der Schnapszahl 333 von Marianne.

333 hei mer – 1000 wei  mer

Was Heinz Bur, der aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte, im Jahre 2006 ins Leben gerufen hatte, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte. Immer am ersten und dritten Donnerstag im Monat treffen sich 20 bis 30 Wanderlustige zu einer Tageswanderung, meist im Jura, im Baselbiet oder im Mittelland, und dies bei jeder Witterung. Die Reihe wird sicher fortgesetzt, dafür bürgen der Ortsgruppenpräsident Herbert Bühler und Tourenleiter Kari Christen, aber auch die zahlreichen Helferinnen und Helfer. Wenn auch das Ziel mit 1000 Wanderungen hoch gesteckt ist, sind die Donnerstagswanderungen allemal eine gute Sache.     

Walter Schmid



Tourenbericht aus der Feder von Bernd Stapf

14 der Teilnehmer treffen sich um 08:15 an der Sagi, am Treffpunkt 2 Bergstrasse
Grenchen, Waldeingang kommen die übrigen Teilnehmer dazu. Ab hier ist das
DoWa-Team mit Rocco komplett. Gemeinsam fahren wir zum Wäsmeli und werden
oben von dicken nassen Flocken empfangen. Alle in die Regentenüs, kurzes Briefing
durch die TL und los gehts.

Briefing Abmarsch Wäsmeli 

Margrit vorneweg mit Schneeschuhen um eine besser
begehbare Spur zu legen, die Mannschaft im „Gänsemarsch“ hintendrein. Zunächst
hinunter zum Bürenchopfweg und dann gleichmässigen Schrittes die 300Hm durch
den Bürechopfwald hinauf zur Teufmatt. Es wird leiser, die Kapuzen übergestülpt, je
höher wir kamen desto mehr rauschte der Wind durch die Bäume und zerrte an den
Jacken. Inzwischen hat auch der Regen vom Tief Elli die Oberhand gewonnen.
Zusammen mit dem Starkwind dringt er durch die Reissverschlüsse in die
Jackentaschen. Direkt auf der Grenze Basel Land/Solothurn auf 1220m gönnt uns
Margrit eine kurze Steh-Pause, bevor wir weiter den Grenzsteinen entlang zur
Teufmatt 1304m hochsteigen. Die Steine zeugen heute noch davon, dass das Bistum
Basel aus Geldnot 1728 Land an den Kanton Solothurn verkaufte.

Aufstieg Bistumsgrenze 

Leider verwehrten
uns die tiefliegenden Wolken jegliche Fernsicht, weder ins Mittelland noch in
Richtung Vogesen. An der Längschwandstrasse, am Gedenkstein von BR Willi
Ritschard, entscheiden wir, die ursprünglich geplante Route zu verlassen und das
Postwägli zum Untergrenchenberg zu wählen. Das ist zeitlich nicht kürzer, erspart
uns aber den stärker werdenden Gegenwind auf dem Rückweg. Steil bergab zum
Skilift (eröffnet 01/1959) und auf der Gegenseite über den markierten Winterwanderweg
durch den Augstenwald steil hinauf zur Unterbergstrasse, nun noch ein
kurzer Aufstieg über die Wiese und unser Ziel das SAC-Chalet der Sektion Grenchen
liegt vor uns. 12:00 kein Halten mehr, nur noch rein ins Trockene, ins Warme. Mit
grossem Hallo empfangen von den Genusswanderen – bereits beim Apéro - sowie
von Kathrin und Ruth hinter den Töpfen. Max und Fritz von der Sektion Grenchen
haben schon früh am Morgen eingeheizt, das Holz im Kamin lodert, Merci! Sofort
wird das Apéro serviert, einmal im Schärme ist das Lachen wieder da und Markus
zelebriert einen seiner ungezählten Schüttelreime. Die durchnässten Hüllen fallen
und tropften im Vorraum vor sich hin, der Kachelboden trieft.

 in der warmen Hütte


Bernd erzählte noch etwas zum Slogan: 1000 wei-mir; 333 hei-mir. Mit Applaus
danken wir Margrit für die gute Tourenleitung. Kari muss Heinz entschuldigen er ist
im Spital zur Untersuchung, aber hat bereits schon recht konkrete Vorstellung wie er
sich seine Betreuerin vorstellt.
Kathrin und Ruth servierten anschliessend die sehr leckeren Älplermagronen mit
Öpfelmues; welch ein Genuss und so passend zum Wetter und der heimeligen
Hütte. Nach dem Essen wurde die Linzertorte „333“ gestylt von Marianne zunächst
nur gezeigt zum Glustig machen.
Herbert erläutert uns seine Gedanken was 333 Touren bedeuten und führt uns dabei
durch die Welt. Zunächst 333 mal durchschnittlich 12 Km entspricht 4000km oder
der Strecke Balsthal Trondheim und zurück. Aber 333 Touren a 12 km und je 10
Teilnehmer ergibt eine Laufleistung von 40 000km, das entspricht Alaska-Feuerland
und zurück.
Diese Gedankenspiele sind nur möglich, weil Heinz mit der Idee der DoWa am
04.Mai 2006 startete. Heinz, Dora, Margrit, Sibylle und ? wanderten zur Waldweid
und zurück. Durch Beharrlichkeit hat sich daraus in 14 Jahren etwas entwickelt, was
wie die DiWa fester Bestandteil für Mitglieder der OG Balsthal geworden ist. Kari hat
von Heinz die Leitung gleitend übernommen und führt die DoWa mit grossem
persönlichem Engagement weiter. Speziell erwähnt Herbert die grossartigen Berichte
zu jeder von Kari geführten Tour. Der grosse Applaus soll Kari unsere Dankbarkeit
ausdrücken.
Zum Schluss bittet uns Herbert gemeinsam, gedanklich einen lieben Gruss begleitet
von tosendem Applaus ans Krankenbett von Heinz zu senden. Lieber Heinz, wir
wünschen uns Alle Deine baldige Präsenz in unserer Runde. Wir vermissen Dich.
Der Schlussakkord, die Linzertorte von Marianne, herrlich dekoriert mit einem „333“
und ebenso herrlich mundend zum Kaffee.

 Kari mit 333-Jubiläumstorte


Zum Abschluss hat Bernd noch das Vergnügen, ein kleines Präsent an Kathrin, Ruth
und Marianne zu übergeben, sie haben durch ihren Einsatz uns den Hüttenaufenthalt
zu einem unvergesslichen heimeligen Event gemacht.
Danke auch an Max und Fritz von der Sektion Grenchen, dass wir die Hütte mieten
durften und ihr uns so tatkräftig unterstützt habt, wirklich ein verstecktes Bijou.
Max Rütti bringt die Chauffeure zum Wäsmeli damit diese die Autos zum
Untergrenchenberg hochfahren und wir Alle sicher und wohlbehalten vor der
Sturmwarnung wieder im Tal sind.
Margrit und Bernd bedanken sich für das Privileg, dass wir diese Jubiläumstour
organisieren und durchführen konnten. Wir sind erfreut, dass wir erleben durften
wie der harte Kern der DoWa den Wetterbillen getrotzt und gut gelaunt mitgemacht
hat.
Margrit & Bernd